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Ruth Buchanan EIN GARTEN MIT BRÜCKEN (Wirbelsäule, Magen, Kehle, Ohr)
Ein Projekt für die Neuen Auftraggeber von Mönchengladbach

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10-17 Uhr

Die Stadt Mönchengladbach fördert Projektbereiche des Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach e.V.

 

ALZ und Ver.di Bezirk Niederrhein starten Austausch
Das Fazit vorweg: Beide Seiten wollen den Austausch weiter fortsetzen.

Karl Boland, Dominik Kofent, Karl Sasserath, Doris Quickstern, Julia Neumann, Mariya Kaplunovska

Doch der Reihe nach. Am 18.06.2026 besuchte Dominik Kofent, Bezirksgeschäftsführer Ver.di Bezirk Linker Niederrhein das Arbeitslosenzentrum. In dem gut zwei stündigen Gespräch, stellten Team und Vorstand zuerst einmal die Projektbereiche des Arbeitslosenzentrums vor. Schnell war klar, es gibt zahlreiche Berührungspunkte zwischen der gewerkschaftlichen Arbeit und der im Arbeitslosenzentrum geleisteten Arbeit. Schnell war klar, von einer Intensivierung der Zusammenarbeit ist ein Gewinn für beide Seiten. Es ist hilfreich und gut, wenn beide Seiten wissen, was der jeweils andere tut. 

Die unter dem Dach des Arbeitslosenzentrum befindliche Beratungsstelle Arbeit soll Menschen vor ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse schützen und, sie über ihre Rechte aufklären und sie bei der Durchsetzung derselben unterstützen. „Allein bei der Bekämpfung  von Arbeitsausbeutung sind Gewerkschaften für die Beratungsstelle gebotene Kooperationspartner,“ betonte ALZ-Leiter Karl Sasserath. 

Mariya Kaplunovska, Fachberaterin in Beratungsstelle Arbeit steuerte zum Austausch zahlreiche konkrete Beispiele besonders auf dem Gebiet Arbeitsausbeutung bei. „Gestern noch suchten wir auf einer Raststätte an der Autobahn einen georgischen LKW-Fahrer auf, der dort seit dem 8. Juni schutzlos mit seinem Fahrzeug stand. Der Fahrer sprach kein Wort deutsch. Er war dankbar über das Lebensmittelpaket, das wir ihm brachten. Besonders froh war er aber, sich mit mir auf Russisch austauschen zu können. Der Mann lebte schon 9 Monate lang im Führerhaus seines LKW. Die Firma bei der er beschäftigt ist, hat ihren Firmensitz in Polen. Der Arbeitgeber schuldet ihm über 10.000 EURO an vorenthaltenem Arbeitslöhnen. Er transportiert mit seinem in Polen zugelassenen LKW-Waren für bekannte Firmen im Raum Italien, Österreich, Deutschland und den Niederlande. Seinen Arbeitgeber hat er noch nie gesehen. Die Firma verfügt über 250 LKW. Ungefähr 500 Fahrer sind dort beschäftigt; überwiegend aus Georgien, Weißrussland, Ukraine, Moldawien. Durchweg handelt es sich um Angehörige aus Drittstaaten, die für Arbeiten mit befristeten Visa auf dem Gebiet der Europäischen Union angeworben werden. Weil sie die Sprache und ihre Rechte nicht kennen, sind solche Beschäftigen besonders schutzlos und werden leicht Opfer von Arbeitsausbeutung.“

Dominik Kofent verwies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit für solche Fahrer, Mitglied von Ver.di werden zu können. Die Gewerkschaft organisiert Lkw-Fahrende und bietet ihnen kompetente Unterstützung auf dem Gebiet des Arbeits- und Sozialrechts.

Ein weiteres Thema des Gespräches bildete der Austausch von Erfahrungen auf dem Gebiet der Logistik. Karl Sasserath verwies dabei auf die vielen Ratsuchenden dieser Branche, die sich mit der Bitte um Unterstützung an die Projektbereiche der Beratung unter dem Dach des Arbeitslosenzentrums wenden. Dabei beklagte er die geringe Aufmerksamkeit, der dieser Beschäftigtengruppe in der Öffentlichkeit erhält. Nach Schätzungen umfasst diese Gruppe unter Berücksichtigung der Familienangehörigen ca. 30.000 Menschen. „Da die Angehörigen dieser Beschäftigtengruppe häufig aus Drittstaaten stammen, verfügen sie auf dem Gebiet der Europäischen Union über kein Wahlrecht. Deshalb ist diese Gruppe vielfach für politische Parteien uninteressant.“

Ein Ergebnis des Austausches war, dass dagegen Gewerkschaften wie Ver.di diese Beschäftigtengruppe über die Betriebe erreicht. So stellt die Gewerkschaft Ver.di sowohl beim Logistiker Zalando als auch seit kurzem bei Amazon in Mönchengladbach den Betriebsrat, berichtete Dominik Kofent. Eine Entwicklung, die als großer Erfolg gewertet werden darf. Verdeutlicht diese Entwicklung doch, dass eine Gruppe ohne politisches Wahlrecht sich auf dem Feld gewerkschaftlicher Arbeit sich erfolgreich organisiert.

Julia Neumann, die seit dem 1. Mai 2026 im Arbeitslosenzentrum die Beratungsstelle Arbeit in der Transformation (BSA-T) wahrnimmt, stellte ihre Aufgaben vor. Die BSA-T soll nach Willen der Landesregierung NRW vertreten durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Menschen unterstützen, die durch den Strukturwandel im Rheinischen Revier betroffen sind. Dominik Kofent vermittelte sofort Verbindungen zu den gewerkschaftlichen Stakeholdern zum Thema Revierwende. „Ein guter erster Anlaufpunkt ist das Büro Revierwende Gewerkschaften für einen gerechten Strukturwandel. Das Team um unseren Kollegen Manfred Maresch begleitet den Strukturwandel im rheinischen Revier schon seit Jahren und ist dort in vielen Projekten aktiv und/oder beratend involviert.“

Der gelungene Austausch wurde mit einem gemeinsamen Essen beim Mittagstisch im Arbeitslosenzentrum beendet. Die Beteiligten bedankten sich für den sehr spannenden Austausch. Lass uns das gerne beibehalten“, so Dominik Kofent.

Verfasser: Karl Sasserath