Essensauslieferer: Ausbeutung bei Auslieferung?

Die Beratungsstelle Arbeit (BSA_MG) und die Beratungsstelle Arbeit in der Transformation (BSA_T MG) in Trägerschaft des Arbeitslosenzentrums Mönchengladbach beteiligen sich mit Aktionsständen an der Aktionswoche des Landes Nordrhein-Westfalen und setzen damit ein Zeichen gegen prekäre Beschäftigung und für bessere Arbeitsbedingungen
Gemeinsam mit weiteren Partnern im landesweiten Beratungsnetzwerk gegen Arbeitsausbeutung und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beteiligen sich die Beratungsstellen Arbeit in Trägerschaft des Arbeitslosenzentrums Mönchengladbach e.V. in der Woche ab dem 5. Oktober mit eigenen Beiträgen an der Aktionswoche für Fahrerinnen und Fahrer von Essenslieferdiensten, um über Rechte und Pflichten von Beschäftigten aufzuklären und faire Beschäftigung zu fördern.
Die Situation der Fahrerinnen und Fahrern von Essenslieferdiensten insbesondere aus dem Ausland war in den letzten Jahren immer wieder Thema in den Medien. Im Fokus stand dabei insbesondere die Situation von Studenten und Studentinnen aus Drittstaaten, die neben dem Studium für Essenslieferdienste fahren. Die Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Kuriere sind oft prekär. Sie verschulden sich, um nach Deutschland kommen zu können und erhalten einen Lohn, der nicht auskömmlich ist. Bei vielen Plattformen, die die Lieferung von zubereitetem Essen vermitteln, ist es üblich, dass die eigentliche Lieferung durch andere Unternehmen erfolgt. Diese Struktur aus Subunternehmen und ausländischen Beschäftigten kann zur Umgehung arbeitsrechtlicher Standards und zu prekären Arbeitsbedingungen führen. Daher hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW eine Aktionswoche der landesgeförderten Beratungsprojekte aus dem Netzwerk gegen Arbeitsausbeutung initiiert. Mit dem landesweiten Beratungsangebot für prekär Beschäftigte und Menschen in ausbeuterischer Beschäftigung stellt das Arbeitsministerium Unterstützungsangebote für diejenigen bereit, die ihre Rechte auf dem Arbeitsmarkt nicht kennen. Die Beraterinnen und Berater unterstützen die Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Rechte.
„Wir richten ein klares Signal an jene Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die dem Grundsatz eines fairen und gerechten Miteinanders nicht folgen und wollen damit auch die schützen, die mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fair umgehen: Wir treten menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen entschieden entgegen. Die Praktiken in der Essenslieferung, insbesondere die Auslagerung der Fahrerinnen und Fahrer an Subunternehmen, sind mir schon länger ein Dorn im Auge! Wir erhalten immer wieder Berichte, dass dieses Vorgehen zu prekärer Beschäftigung führt. Daher haben wir die Aktionswoche gestartet. Ich freue mich über die zahlreichen Aktivitäten in den Regionen, die die Beratungsstellen Arbeit und die Beratungsprojekte initiiert haben und begleiten. Aufklärung, Beratung und Begleitung sind zentrale Bausteine bei der Förderung menschengerechter Arbeitsbedingungen“, so Arbeitsminister Laumann.
Gemeinsam mit der Beratungsstelle Arbeit in der Transformation werden wir in der Aktionswoche ab dem 5. Oktober an verschiedenen Punkten der Stadt den Kontakt zu Fahrerinnen und Fahrer von Essenslieferdiensten suchen, „ sagt Mariya Kaplunovska, Mitarbeiterin der Beratungsstelle Arbeit Mönchengladbach.
Die Beratungsstellen Arbeit sind als niedrigschwellige, ortsnahe Anlaufstellen in allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen präsent und zentraler Baustein des landesweiten Beratungsnetzwerks. Sie unterstützen und beraten Menschen in schwierigen Beschäftigungssituationen. Zum Netzwerk gehören auch die spezialisierten muttersprachlichen Beratungsangebote von Arbeit und Leben NRW für Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten.
In Gladbach sind Aktionen vorgesehen: 6. Oktober, 9-17h, Schillerplatz, MG-Mitte, hier befindet sich die Filiale eines Essensauslieferers. 8. Oktober, 9-17h, Hauptbahnhof, MG-Mitte. Fachleute klären auf, verteilen Flyer, Info-Material etc. und stehen für Gespräche bereit.







